Grüne Fraktion plädiert für Bestandssanierung statt Neubau des ALDI-Marktes in Gispersleben

Unter der Überschrift „Supermarkt muss nicht sein“ wurden kürzlich in der Tagespresse die Erfurter Hofläden vorgestellt. Rund um Erfurt finden sich regionale Anbieter von Obst, Gemüse, Fleisch und Wurstwaren. Der tägliche Markt auf dem Domplatz wird in diesem Zusammenhang auch genannt. Die Erfurterinnen und Erfurter haben damit eine regionale Alternative zu den großen Supermarktketten – und viele nutzen sie auch.
Zeitgleich will ALDI einen neuen Markt in Gispersleben auf der sprichwörtlichen, grünen Wiese bauen – statt den vorhandenen zu modernisieren. Vor diesem Hintergrund äußert sich Ludger Kanngießer, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN im Stadtrat Erfurt:

„Unserer Ansicht nach ist das Vorhaben, in Gispersleben einen neuen ALDI-Markt zu bauen, wenig nachhaltig. Stattdessen könnte man den bestehenden Markt sanieren und modernisieren. Da vor allem in den Ortsteilen um Erfurt herum viele regionale Anbieter von Lebensmitteln ansässig sind, ist ein Neubau dieses Supermarktes in Gispersleben aus unserer Sicht unsinnig. Die versprochene Renaturierung des alten Geländes ist im Falle des Neubaus für uns mehr als wünschenswert, ökologischer und nachhaltiger wäre jedoch der Erhalt der grünen Wiese und die Bestandssanierung des aktuellen Marktes. Die Vernichtung von gewachsenen und sinnvollen Strukturen ist an dieser Stelle vollkommen unnötig.

Der aktuelle Markt ist gut erreichbar und auch bekannt. Für ortsfremde Kunden könnte man die Hinweisschilder in Gispersleben optimieren. Ein Neubau erweckt für uns nur den Eindruck, der Markt müsse aus seiner Rolle als Nahversorger herauswachsen. Dies sehen wir aus stadtpolitischen Gründen sehr kritisch – damit könnten andere, geplante Nahversorger in den angrenzenden Ortsteilen verhindert werden.

Insgesamt gesehen sollten wir künftig mehr Richtung Bestandssanierung denken, den Blick auf die Nutzungsoptimierung bereits bestehender Gebäude legen, statt immer neu bauen zu wollen. Dieses Vorgehen hat schon in der Vergangenheit zu Überkapazitäten geführt – siehe Erfurter Büroflächen. Bestandssanierungen von Gewerbeflächen, Umwidmungen von Büroflächen in Wohnraum und vieles andere mehr könnte zur Senkung des Neubaudrucks führen. Nachhaltiger im ökologischen wie im ökonomischen Sinne scheint uns dieser Blickwinkel ohnehin zu sein“, so Ludger Kanngießer abschließend.

V.i.S.d.P.: Martin Kosny (0361 655 2030)

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