Riesenrad statt Panzer auf dem Domplatz

Am 11. Juni 2016 präsentiert sich die Bundeswehr unter dem Motto „Panzer statt Riesenrad auf dem Domplatz“ dem interessierten Publikum. Unter anderem sind auch Familien mit Kindern eingeladen. Als Grüne Stadtratsfraktion sehen wir die Entscheidung, den Tag der Bundeswehr 2016 auf dem Domplatz zu begehen, auf einem zentralen öffentlichen Platz in Erfurt, durchaus kritisch. Vor diesem Hintergrund äußert sich Astrid Rothe-Beinlich, Mitglied von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN im Erfurter Stadtrat:
„Wir können die Entscheidung, den diesjährigen Tag der Bundeswehr inklusive der Präsentation von schwerem militärischen Gerät auf dem Erfurter Domplatz zu begehen, nicht wirklich nachvollziehen. Die Standortwahl und der Titel der Veranstaltung sind unserer Ansicht nach unglücklich und unsensibel gewählt. Unsere Kritik richtet sich nicht generell gegen die Bundeswehr, denn diese hat einen festen und wichtigen Platz innerhalb unserer Gesellschaft. In anderen Bundesländern wird dieser Tag regelmäßig in den Kasernen gefeiert – dafür ist das Format des Tages der offenen Türen ausreichend und auch passend. Auch wenn die Bundeswehr eine wichtige Rolle innerhalb der Gesellschaft einnimmt, so ist und bleibt ihr Aufgabenbereich nicht alltäglich und naturgemäß nicht nur ziviler Natur. Darum sollten Panzer und Waffensysteme auch nicht inmitten der Stadt präsentiert werden – was mit dem gewählten Titel zusätzlich hervorgehoben wird. Zudem scheint das Format Familienfest geeignet zu sein, um über die Technikbegeisterung von Kindern diese scheinbar spielerisch mit realen Waffen bekannt zu machen. Wir meinen, dass diese Form der Militarisierung Erfurt als Stadt des Friedens nicht gut zu Gesichte steht.“
Der evangelische Kirchenkreis und die Offene Arbeit Erfurt hatten sich in dieser Frage bereits mit einem Offenen Brief an den Oberbürgermeister gewandt.
„Wir als grüne Fraktion nehmen die Kritik von Kirchenkreis und Offener Arbeit in dieser Frage sehr ernst und teilen diese weitgehend“, betont Astrid Rothe-Beinlich abschließend.

V.i.S.d.P.: Martin Kosny (0361 655 2030)

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